Der Grund für die bis heute große Bedeutung des Ginkgo für Kunst, Kultur und Heilkunde liegt vor allem in der
Chinesischen Philosophie und der ansprechenden Morphologie des Baumes und seiner Blätter. Das in der Pflanzenwelt
einzigartige zweigeteilte Blatt und seine Zweihäusigkeit sind zwei Merkmale des Ginkgo.
Zusätzlich vereint der Ginkgo Langlebigkeit, Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit in sich, was zu seiner
Beliebtheit und Verehrung als Kultur- oder Tempelbaum beigetragen hat.
Da der Ginkgo so gut wie keine Schädlinge hat und er in nahezu jedem Klima und in jedem Boden gedeiht, kann er
unter günstigen Bedingungen ein hohes Alter erreichen. In Asien sollen Bäume ein Alter von 1.000 Jahren erreicht
haben, sogar von 4.000 Jahre alten Bäumen ist die Rede. Der Ginkgo wird deshalb als kraftspendend und
lebensverlängernd verehrt.
Zur modernen Mythenbildung hat auch die Geschichte des Tempelbaumes in Hiroshima beigetragen, der bei der
Atombombenexplosion 1945 in Flammen aufging, aber im selben Jahr wieder austrieb und weiterlebte.
Man glaubte, dass der Ginkgobaum ausgestorben sei. Erst 1691 hat der deutsche Arzt und Forschungsreisende
Engelbert Kämpfer den Ginkgobaum
in Japan entdeckt. Die Ginkgobäume hatten in China hauptsächlich in Klostergärten überlebt. Von dort hat er sich
durch Samen nach Japan und Korea ausgebreitet.
Seit über 4000 Jahren gilt der Ginkgo in China als Heilbaum. Man benutzte die Baumrinde, die Blätter und die Samen
des Baumes als Heilmittel.
In Europa erkannte man erst 200 Jahre nach der Wiedereinführung des Ginkgo als Park- und Gartenbaum seine wertvollen
heilenden Eigenschaften. Der weltweite Triumph des Ginkgo als Arzneipflanze begann also erst in den sechziger
Jahren des 20. Jahrhunderts. Seither werden Ginkgoextrakte zur Behandlung körperlicher Leiden eingesetzt.
Die Ginkgo-Blätter enthalten wertvolle und zum Teil einzigartige Stoffe:
Flavonoide und Terpenoide.
Die wichtigsten Flavonol-Glykoside in den Ginkgo-Blättern sind Kaempferol, Quercetin und Isorhamnetin.
In geringen Mengen sind auch sogenannte Biflavone enthalten. Die speziellen Terpenoiden: Ginkgolide und
Bilobalid sind nur im Ginkgo zu finden.